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6. Die Sexte und die Seelengeste Mitteilung

Atmen, den Boden spüren und nimm dir dann Zeit, bei dir anzukommen. Spür in dein Inneres, benutze deine Sinne, den Raum deiner Brust zu spüren. Wie ist das Innere reagiert, sich ausdehnt, leicht wird, überfließt. Lass es langsam an dir hinunterströmen und geleite es in die Tiefe. Vielleicht spürst Du, wie dich das aufrecht groß macht und wie sogar die Fersen davon leicht werden.
Und dann atmen. Und ein kleiner Schritt, entspanne dich. Auf dem Weg zur Quinte begannen wir mit dem Schlüsselbein, der Prim, wie das Dach 1 Hauses und der Körper sein Haus. Und dann geht es hinaus, Oberarm, Regen, Handgelenk, fahrt, Hand, so. Und jetzt?
Komm zu dir zurück, mach einen kleinen Schritt noch einmal. So. Die Sonne geht auf. Und jetzt? Komm zurück, entspann dich und wieder 'n kleiner Schritt.
Bei der Quint waren wir in der Handfläche angekommen Und die strahlt noch in die Finger, damit wir den Schlüssel gut drehen können, wenn wir die Türe aufmachen. Mit der Sekt gehen wir zum ersten Mal dann aus dem Körper heraus. Die Sekt ist der Raum zwischen den Fingern, wenn wir den spüren. Wir benutzen die Finger und die Wahrnehmungen in den Fingern, den Wind zwischen den Fingern zu spüren. Dort gehen wir mit unserem Empfinden hinein.
Und die Quad war vielleicht wie eine Raupe, die sich verpuppt. Die Quinnz, der Schmetterling, der die Flügel spreitet. Und die Sechst, mit der fliegen wir in die Sonne. Probieren wir mal. Breite deine Flügel aus.
Und atme. Wenn Du nach draußen wäbst, könntest Du vom Daumen zum kleinen Finger wandern. Langsam hinaus und beim hereinkommen vom kleinen Finger zum Daumen. Das verstärkt dieses Hinausgehen und hereinkommen. In der für die Musiker werde das die große Sekt und die kleine Sekt.
Aber wir machen jetzt nur mal einen Ton für beides. Das kann überall sein. Das kann oben sein, unten sein, wo immer Du Luft zwischen deinen Fingern spüren kannst. Kannst Du, was Du zwischen den Fingern erlebst bei der Sex, vielleicht sogar in deinem Körper mit empfinden? Entsteht dann vielleicht wie von selbst Leichtigkeit oder ein Freiheitsgefühl?
Probier. Wird dein Körper leicht? Reagiert dein Atem? Mach 'n kleinen Schritt, entspanne dich. Diese Leichtigkeit wird bei der Eurythmiegebärdem Mitteilung tragen.
Breite einmal deine Flügel vom Herzen ausgehend deine Finger aus wie bei der 6 und lass deine Flügel weben, wo immer sie wollen, oben, unten, links, rechts, ah. Und dann geh mit deinen Flügeln weit nach hinten, spür den Raum hinter dir. Und jetzt spür dein Herz, deine Brust und lass diesen Raum hinter dir nach vorne kommen und deine Flügel begleiten, was da kommt, hin zum anderen, wo es ankommen möchte. Und dann wieder zurück und atmen. Die linke Hand ist unten, der rechte Arm oben.
Du nach hinten spüren, in dein großes Herz und dann durch deine Brust deinen irdischen Herzraum hinüberströmen lassen. Von hinten, hindurch, hinüber. Und dann zurückkommen, atmen. Das ist aber nicht nur eine Richtung, in der diese dieser Strom geht. Du kennst vielleicht das m, die Eurythmiegebärde, wo ich vom Herzen mit beiden Händen nach vorne ströme, m, von mir zu dir.
Dann locker löse und dann zurückströme, empfange von dir bei mir. Und lösen. Diese beiden Richtungen kann man ausdrücken, indem man das gleichzeitig macht. Aber am schönsten ist es, wenn man's mit beiden Händen parallel macht, aber merkt, dass das andere unsichtbar gleichzeitig geschieht. Ich Ströme zu dir, ich gebe m.
Aber ich empfange auch, ich hab was davon, oh, da kommt was. Ich nehme, ich bekomme, aber von mir strömt Dankbarkeit zu dir und lösen. Und das ist auch bei der Gebärde der Mitteilung der Fall. So, so, weit nach hinten, soweit ich fühlen kann. Durch mich hindurch.
Und was kommt jetzt zurück? Was kommt jetzt bei mir an? Es ist eigentlich ein Dreiklang. Es strömt immer noch zu dir. Und gleichzeitig kommt auch etwas zu mir.
Was kommt da? Und lösen, atmen. Diese Leichtigkeit der Sekt, die ist in dieser Orythmiefigur so wichtig, dass ihr sehen werdet, da lösen sich sogar die Zehen und die Fersen und heben sich leicht vom Boden. Während der Vorderfuß fest mit der Erde verbunden ist. Schau mal, ob dies vielleicht ganz von alleine geschieht und wann es bei dir anfängt.
Und atmen. Machen wir zum Abschluss einfach noch einmal die sechste, das Weben, das Erspüren des Raumes jenseits des Fingers und da drinnen erleben. Und frage dich, was ist es, was dir daran so eine Freude macht, so viel Leichtigkeit schenkt? Was liegt in dieser Sex? Wird dein Körper, wie reagiert dein Körper und deine Seele?
Wenn sie in der sechsten erlebt. Atme, entspanne dich und langsam setze dich hin. Und nimm mit, was Du gerade getan hast.

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Die Quint öffnete uns die Tür in eine andere Welt, und wir erlebten sie als Wendekraft in der Seelengeste Erkenntnis. Mit der Sext treten wir in diesen Raum hinein. Die dazugehörige Seelengeste ist die Geste der Mitteilung.

Einstimmung

Ich nehme mir Zeit, um bei mir anzukommen. Ich lade sie ein in meine Hände ein, als wäre sie eine Substanz, und führe sie zu meinem Herzen. 

Ich benutze meine Sinne, um das Innere wahrzunehmen: das Weben des Atems, die Rhythmen des Herzens, den Raum des Brustkorbs bis zu den Schulterblättern. 

Bis das Innere sich wahrgenommen fühlt, reagiert, sich ausdehnt, den Brustkorb leicht macht und ihn hebt. Diese Leichtigkeit und ihre Wärme lasse ich überfliessen und herabströmen und geleite sie bis tief in die Erde hinein.

Ich spüre, wie mich das von alleine aufrichtet und gross macht. Und wie die Fersen leicht werden.

Wiederholung der Tonfolge von der Prim bis zur Quinte.

Ich spüre meinen Schultergürtel, vor allem mein Schlüsselbein wie ein Dach (Do) und den Körper wie sein Haus (Do). Das Dach trägt sein Haus:

Do – Do.

Von dort gehen wir Glied für Glied bis in die Hände: Do – Re – Mi – Fa – Sol.

Beim Fa erleben wir das Zurückschauen vom Handrücken zu uns selbst.

Bei der Quint erleben wir den Sonnenaufgang: Die Hände heben die Sonne langsam über den Horizont, und diese erhellt den Raum vor uns.

Do – Re – Mi – Fa – Sol.

Die Sexte

Betrachte deine Hand: Die Quint aktivieren wir mit der Handfläche, die ihre Spannung leicht in die Finger ausstrahlen lässt, sodass diese mithelfen.

Mit der Sext gehen wir über den Körper hinaus. Wir erleben sie mit den Fingern – aber eigentlich ist es der Raum zwischen den Fingern. Weite deine Hände, spüre den Raum zwischen deinen Fingern und webe mit ihnen durch den Raum hinaus und wieder herein.

Das Hinausweben kannst du verstärken, indem du vom Daumen zum kleinen Finger gehst. Das Hereinkommen verstärkst du, indem du vom kleinen Finger wieder etwas zum Daumen wanderst. Das Wesentliche aber bleibt der Raum zwischen deinen Fingern.

Do – Re – Mi – Fa – Sol – La – La – La – La.

Du bist endgültig draussen, ausserhalb deiner Körperbegrenzung, angekommen – wach, fühlend und wahrnehmend.

Do–La, Do–La

Für die Musiker unter euch: Das Hinausgehende entspricht mehr der grossen Sext, das Hereinkommen mehr der kleinen Sext. Doch ich lasse es jetzt bei einem Ton.

Do–La, Do–La

Es ist wie bei einem Schmetterling: Bei der Quarte verpuppt sich die Raupe, bei der Quinte schlüpft er und zeigt seine Flügel – mit der Sext entfliegt er in die Freiheit.

Do – Re – Mi – Fa – Sol – La – La – La – La.

Versucht, dieses Freiheitsgefühl, das ihr draussen zwischen den Fingern spürt, diese Leichtigkeit der Finger und des Raumes zwischen ihnen auch im eigenen Inneren wahrzunehmen – als eigentliches Glückserlebnis dieses Intervalls.

Do–La

Gelingt es? Verändert sich dein Körpergefühl?

Do–La

Bäschlin EuFig Seelengeste MitteilungDie Seelengeste der Mitteilung

Aus der Sexte entwickelt sich die eurythmische Seelengeste der Mitteilung.

Spür in dein Schlüsselbein und lasse dich mit deinen Fingern in die Leichtigkeit der Sext hineintragen. Und bemerke: Ich habe ja Flügel. Du fliegst mit ihnen in die Welt hinaus und wieder zurück. Du lässt sie steigen und sinken – vorne, hinten, seitlich – und spürst ihre Leichtigkeit und Freiheit wie eine vertraute Heimat.

Fühle mit deinen Flügeln und Händen weit in den hinteren Raum. Spüre deine Schulterblätter, die Hände, und bring dann den rechten Arm oben und den linken Arm unten nach vorne.

Mache es noch einmal und begleite mit deinen Flügeln das, was hinten war, nach vorne zum anderen. Spüre in dieser Bewegung nacheinander alle Intervalle: Schlüsselbein, Oberarm, Unterarm, Handgelenk und Hand. Mitteilung!

M

Diese Bewegung geht jedoch nicht nur in eine Richtung.

Wenn du die M-Geste kennst, dann weisst du: Das M ist beides – hinausströmen und hereinströmen – gleichzeitig. Sprich M und halte dir die Nase zu: Es geht nicht mehr. Du siehst: Das M ist der Meister der Gegensätze – offen und geschlossen zugleich.

Die M-Gebärde kann das ausdrücken, indem beide Arme wechselweise gehen: hinaus und herein. Noch feiner ist es mit beiden Armen parallel: Du strömst hinaus und merkst, es kommt auch herein. Du strömst herein und merkst, es geht auch wieder hinaus.

Das ist auch so bei der Seelengeste Mitteilung. Du entfaltest in der Stimmung der Sext deine Flügel. Du spürst nach hinten, verbindest die Bewegung mit deinem Herzen und bringst sie durch deine Mitte strömend nach vorne. Deine Flügel begleiten diesen Vorgang.

Du hast das Gefühl, du begleitest etwas zu einem Anderen – es kann ein Mensch sein, ein Wesen, eine Frage. Und von dort kommt etwas zurück – was ist es?

Die Seelengeste Mitteilung aus der Leichtigkeit der Sexte entstehen lassen

Spüre die Leichtigkeit der Sext, webe mit dem Raum zwischen den Fingern hinaus, ganz weit.

Do–La

Lasse deine Arme nach hinten strömen, erinnere dich deiner Körperlichkeit, spüre dein Herz und lasse sie durch das Herz zum Anderen strömen und ankommen.

Dann werden wir still und offen: Was kommt zurück? Erst dann sind wir wirklich in Kommunikation. Diese Begegnung inspiriert uns, unsere Gedanken werden wahr!

Bist du immer noch leicht?

In der Eurythmiefigur wird diese Leichtigkeit auf besondere Weise dadurch ausgedrückt, dass Fersen und Zehen sich dabei leicht vom Boden lösen und heben.

Probiere, was es braucht, dass die Leichtigkeit der Sext so in dir wirkt, dass sich Fersen und Zehen vom Boden lösen.

Do–La, Do–La

Es ist wie ein Dreiklang aus drei Sexten.

La – La – La

Machen wir zum Abschluss noch einmal die Sext, um zu erleben, was in ihr lebt und warum sie uns so erfreut.

Do – Re – Mi – Fa – Sol – La – La – La.

Abschluss

Setze dich langsam hin und lausche dem Nachklang.


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