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2. Die Sekunde und die Seelengeste Verzweiflung

Ich lade euch alle ein, mitzumachen und bei euch anzukommen. Nimm dir Zeit, bei deinem Herzen anzukommen. Fühl deinen Schultergürtel, das Schlüsselbein, die Schulterblätter wie das Dach 1 Hauses und deinen Körper wie ein Haus. Und hab das Gefühl, das Dach trägt das Haus. Atmen, loslassen, Schritt.
Komm noch einmal bei deinem Herzen an. Spür die Schulterblätter und mit einem Ruck wirf Ballast ab. Spür die Leiche, die entsteht und die Antwort aus dem Umkreis, die deine Hände zurückbringt. Und lass aus der Tiefe durch den Körper Wärme in die Bewegung einströmen. So stehen wir vor der Welt in Andacht und Verehrung.
Und so haben wir im ersten Meeting begonnen. Mit der Prim, dem ersten Ton der Tonleiter, spür das Schlüsselbein. Das h. Und wie es zurückkommt. Und die Wärme, die einströmt.
Andacht und Verehrung als der Grundton für unseren Weg. Jetzt gehen wir zum nächsten Ton, der Sekunde. Dazu brauchen wir die Glieder unserer Arme. Entspanne deine Beine. Überschränke die Arme und falte sie die Glieder 1 nach dem anderen.
Oberarm, Unterarm, Hände. Und bring's in der gleichen Reihenfolge zurück. Oberarm, Unterarm, Hände lösen, atmen. Man kann damit Qualitäten verbinden. Und schau, dass die Beine entspannt mitatmen.
Oberarmwille, Unterarmgefühl, Hände, Gedanken. Oberarm wollen, Unterarm fühlen, Hände denken. Oder man verbindet damit Laute, die diese Qualitäten ausdrücken. Unterarm. F.
Hände l. Licht. Oberarm r. Unterarm Atmen, kleiner Schritt. Die Rhythmiegebärde für die Sekunde beginnt auch beim Schlüsselbein.
Fühl das Schlüsselbein. Und lass diese Kraft in den Oberarm strömen. Ah. Und dann greif mit dem Oberarm nach hinten und bring mit ihnen das Hintere nach vorne durch den Körper hindurch. Zeig die Kraft deiner Oberarme und lass sie sichtbar werden, bis in die Hände, ohne die Kraft in den Oberarmen zu verlieren.
Re. Und lösen. Schlüsselbein, Oberarme, Wille, Geist hervorbringen, Gedanken, Willens getragen. Diese Nachspüren des tätigen Hervorbringens, des eigenen Geistigen als Gedanken ist eigentlich ein musikalisches Erlebnis. Versuch es, musikalisch zu erleben.
Und ich singe es nur als Anregung, die inneren Ohren aufzumachen. Versuche deinen eigenen inneren Klang dabei zu erleben. Wo sind deine Gedanken jetzt? Draußen irgendwo in deinen Händen oder haben sie noch Wurzeln in dir? Noch einmal nur mit dem inneren Ohr.
Spürst Du, dass dich das in die Oberschenkel und Füße bringt? Toll. Wenn das aber nicht gelingt, entsteht Verzweiflung. Schaut mal, macht mal mit. Schlüsselbein, Ausdehnung, Wille ins Geiste greifen und jetzt drückt dir jemand die Oberarme mit einem Polizeigeriff zusammen.
Es geht nicht weiter, Du strömst weiter in deine Hände. Du spürst, wie dein Rücken, dein Hinterkopf reagiert und der Druck der Oberarme bleibt und erlaubt, nicht nach vorne zu kommen. Und lösen. Verzweiflung. Ich kann mein geistiges nicht in die Welt bringen.
Und ich lade euch ein, in den kommenden Wochen diesem Hervorbringen des eigenen geistigen in Gedanken als musikalischen Prozess nachzuspüren und dabei auch dem Erlebnis der Verzweiflung nicht auszuweichen. Jetzt aber wieder bringen wir's nach vorne. Spürst Du die Wurzeln dieser Tätigkeit? Und schau noch mal in deine Hände. Spür die Oberarme, spür den Körper und den Raum hinter dir.
Und dein Schlüssel bei. Ich lade euch alle ein, sich hinzusetzen und nachzu lauschen. Was lebt jetzt in dir?

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Den zweiten Ton der Tonleiter nennt man die Sekunde. Die Seelengeste, die in Beziehung mit der Sekunde steht, ist die Verzweiflung.

Bäschlin EuFig Seelengeste Verzweiflung

Ich lade dich ein, bei dir anzukommen. Komm bei dir an, in deinem Herzen. Spüre deinen Schultergürtel wie ein Dach, deine Körper wie dein Haus - und hab das Erlebnis, das Dach trägt das Haus.

Spüre dein Schlüsselbein und wirf mit einem Ruck der Schulterblätter deinen Ballast ab. Spüre die Leichtigkeit, die entsteht, die Antwort aus dem Umkreis, welche die Hände zurückbringt. Spür, wie aus der Tiefe lasse Wärme einströmt in dein Herz.

Damit haben wir beim letzten Mal begonnen. Mit der Geste für Andacht, Verehrung, geboren aus der Prim, dem ersten Ton der Tonleiter.

Die Sekunde

Heute kommt der zweite Ton der Tonleiter, die Sekund: Do - Re.

Nimm zuerst einmal die Arme eng übereinander und breite sie Glied für Glied aus: Oberarm, Unterarm, Hände.  Und wieder herein: Oberarm, Unterarm, Hände. Achtet darauf, dass die Beine mit durchströmt werden:

Oberarm, Unterarm, Hände

Wille, Gefühl, Gedanken

Wollen, Fühlen, Denken

R - F - L.

So wie die Prim zum Schlüsselbein gehört, so der zweite Ton der Tonleiter, die Sekunde zum Oberarm:

Do - Re

Wille!

Spüre, den Grundton in deinem Schlüsselbein: Do. Lass seine Kraft in die Oberarme hinausfliessen. Greife mit ihnen in deinen Hinterraum. Komm von hinten durch den Brustkorb hindurch nach vorne. Zeig deine Oberarme und mach ihre die Kraft bis in deine Händen sichtbar - ohne dass die Kraft in den Oberarmen nachlässt: Re

Wille  - Geist
Hervorbringen - Gedanke
Wahrnehmen - willensgetragen
.

Ein musikalischer Prozess: Do – Re. Ich singe es nur als Anregung, eigentlich erlebt man es innerlich:

Do - Re

Wenn das nicht gelingt, den Gedanken hervorzubringen, dann entsteht  die Seelengeste der Verzweiflung:

  • Oberarme - Wille - Geist
  • und jetzt presst dir jemand mit einem Polizeigriff die Oberarme hinten fest zusammen.
  • Ströme trotzdem weiter in die Hände und spüre, was sie tun und wie dein Rücken und Hinterkopf reagieren.

Noch einmal:

Oberarme - Geist - Polizeigriff - Hände.

Unmöglich, sein eigenes Geistiges nach vorne zu bringen - Verzweiflung! Aus welchen Gründen auch immer.

Abschluss

Ich lade euch ein, euch mit Hilfe der eurythmischen Sekundbewegung den musikalischen Prozess beim Hervorbringen von Gedanken weiter zu untersuchen und der Verzweiflung dabei nicht aus dem Weg zu gehen.

Do - Verzweiflung
Do - Re  -  Do - Re

Setze dich langsam hin und lausche dem Nachklang.

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